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The symbolism in the short story "Chess" by Slawomir Mrozek

Excerpt from a press release by the Frankfurt International Book Fair 1995

With the symbolism in the game of chess I already argued as an artist for many years. In my fantasy the chessmen lead an independent existence. It became clear to me by observing an open air chess game in a city park. In that kind of game, the players themselves stood on the black and white squares.

Chess - is also the title of a short story by the Polish writer Slawomir Mrozek. Mrozek belongs together with Samuel Beckett and Friedrich Duerrenmatt to the most important dramatists of our time. The German literary critic Marcel Reich-Ranicki describes it with the following words: "Mrozek is an committed writer - thus he regards the literature not for a noble play with words, but as a medium to affect people. He is humorist - thus he means it particularly serious. He is satirist - thus he lampoons the world, in order to improve it. He is surrealist - thus he cares about the reality, which he alienate with unrealistic motives, in order to clarify it. He is a man of the absurd one - thus he shows the paradoxical to provoke the sense."

These ideas conform with my point of view and so I illustrated the story. This story shows the analogy between the game of chess and the valid rules in our life. The chessmen in my paintings develop an independent existence similarly to Mrozeks short story.

The strategic thinking in a game of chess is comparable with the procedure in our working world and environment. For goal attainment the strategically important positions on the squares must be set by suitable people. The possibilities of action are limited by the rules. The relations between the chessmen are unlimited like the relations in our everyday life. Often a "small pawn" decides the development of a whole game, like in the short story by Slawomir Mrozek.

For the book I created six color etchings, which were printed on thick mould-made paper. Text printed by letterpress printing. In the face of a constantly growing number of carelessly mass productions on the book market, I decided to create this book to a sensuous experience. For this reason I used only precious and high-quality materials for this book. This bibliophile preciousness, handbound in black oasis goat leather, is limited to only 30 copies. For each book a whole goat skin was used and the best leather was selected. Also the smell of the leather is a sensuous experience. The precious handbinding is a masterpiece by famous German bookbinder Christian Zwang in Hamburg.

Die Symbolik in der Kurzgeschichte "Schach" von Slawomir Mrozek

Auszug aus einer Pressemitteilung zur Buchpräsentation auf der internationalen Frankfurter Buchmesse 1995

Mit der Symbolik im Schachspiel setze ich mich als Künstlerin schon seit vielen Jahren auseinander. Die Schachfiguren führen in meiner Phantasie ein Eigenleben. Ganz besonders deutlich wurde mir dies bei einem Freiluft-Schachspiel mit den großen Schachfiguren, die ich in einem Stadtpark beobachtete. Hier standen nun auch die Spieler selbst auf den schwarzen und weißen Feldern und saßen nicht wie üblich an einem Spielbrett.

Schach - so lautet der Titel einer Kurzgeschichte des polnischen Schriftstellers Slawomir Mrozek, dessen Stücke Weltruhm erlangten. In Deutschland gehören sie sogar zu den meistgespielten Theaterstücken überhaupt. Mrozek gehört, mit Beckett und Dürrenmatt, zu den bedeutendsten Dramatikern unserer Zeit. Marcel Reich-Ranicki beschreibt ihn mit folgenden Worten: "Mrozek ist ein engagierter Schriftsteller – also hält er die Literatur nicht für eine erhabene Spielerei mit Worten, sondern für ein Mittel, auf die Menschen zu wirken. Er ist Humorist – also meint er es besonders ernst. Er ist Satiriker – also verspottet er die Welt, um sie zu verbessern. Er ist Surrealist – also geht es ihm um die Wirklichkeit, die er mit überwirklichen Motiven verfremdet, um sie zu verdeutlichen. Er ist ein Mann des Absurden – also zeigt er das Widersinnige, um die Vernunft zu provozieren."

Diese Beschreibung der schriftstellerischen Arbeit von Slawomir Mrozek trifft auch auf meine Sichtweise zu. Was lag also näher als die Illustration dieses Werkes. Seit Jahren beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit diesem Thema und wählte daher die gleichnamige Kurzgeschichte aus dem Diogenes Verlag in Zürich. Diese Geschichte macht die Analogie zwischen dem Schachspiel und den geltenden Gesellschaftsregeln deutlich. Die Schachfiguren in meinen Bildern entwickeln ähnlich wie in Mrozeks Kurzgeschichte ein Eigenleben.

Das strategische Konzept eines Schachspiels ist häufig vergleichbar mit den Ablaufprozessen unserer Arbeits- und Umwelt. Zur Zielerreichung sind die strategisch wichtigen Positionen – im Schachspiel sind dies die Felder – mit den geeigneten Figuren zu besetzen. Die Aktionsmöglichkeiten dieser Figuren sind durch die Spielregeln begrenzt. Die Beziehungen zwischen den Figuren eines Schachspiels sind andererseits ebenso unbegrenzt wie das Miteinander in unserem täglichen Leben. Oft entscheidet ein "kleiner Bauer" die Entwicklung einer ganzen Partie. Diese Möglichkeiten zeige ich auch hier in dieser Erzählung von Slawomir Mrozek auf.

Für das Buch fertigte ich sechs Farbradierungen, die auf schwerem Büttenpapier mit Büttenrand gedruckt wurden. Auf demselben Büttenpapier wurde in Buchdruck der Text gedruckt. Angesicht der ständig wachsenden Zahl liebloser Massenproduktionen auf dem Buchmarkt, ist es mir ein Bedürfnis, das Buch wieder zu einem sinnlichen Erlebnis werden zu lassen. Aus diesem Grunde verwendete ich für dieses Buch nur kostbare und qualitativ hochwertige Materialien. Diese bibliophile Kostbarkeit, in schwarzem Oasen-Ziegenleder gebunden, gibt es in nur 30 Exemplaren. Für jedes Buch wurde ein ganzes Ziegenfell verwendet und es wurde das beste Leder ausgewählt. Zu den sinnlichen Erlebnissen gehört nicht nur das haptische Gefühl, die schweren Büttenpapiere umzublättern – auch der Duft des Leders gehört dazu. Der kostbare Handeinband mit der flächigen Negativ-Blindprägung nach einer Zeichnung von mir ist ein Meisterwerk der Buchbinderei Christian Zwang in Hamburg. Von der Zeichnung wurde ein Messing-Klischee hergestellt, welches neben der Prägung des Lederbandes auch für eine kleine Grafikauflage mit diesem Motiv verwendet wurde.

 

Bibliophile bookbinding in goat leather - artists book by Elke Rehder

Handeinband in Oasen-Ziegenleder - Bibliophile bookbinding in goat leather 

 

 

He asks a friend - etching by Elke Rehder to the story by Slawomir Mrozek

Einen Freundschaftsdienst erweisen - Radierung von Elke Rehder

 

 

Story by Slawomir Mrozek and etching by Elke Rehder

Ich ging durch ein Tor - Radierung von Elke Rehder

 

 

Under the guidance of the knight - chess etching by Elke Rehder

Unter Anleitung des Pferdchens - Under the guidance of the knight

 

 

The crucial step - chess etching by Elke Rehder

Der entscheidende Schritt - The crucial step

 

 

Let us not deceive ourselves - chess etching by Elke Rehder

Machen wir uns nichts vor - Let us not deceive ourselves

 

 

The hollow strokes of a knife - chess etching by Elke Rehder

Die dumpfen Schläge eines Messers - The hollow strokes of a knife

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