Stefan Andres - Der Granatapfel
Ode mit 7 Farbholzschnitten. Edelpappband
von Christian Zwang in Hamburg. 28 Seiten, Format: 20 x 26 cm. 1995.
80 nummerierte und signierte Exemplare als Buchausgabe und 20 Exemplare
als Grafikmappe. Gesamtauflage 100. Vorzugsausgabe Nr. 1 - 20
mit einem zusätzlich lose beiliegenden nummerierten und signierten
Farbholzschnitt.
Stefan Andres - Der Granatapfel (The
Pomegranate)
Handbound artist's book with original
woodcuts by Elke Rehder. Lyrics
after the German first edition. Seven color woodcuts by Elke Rehder.
Luxury handbound by Christian Zwang in Hamburg. 28 pages, 20 x 26 cm.
1995. 80 numbered and signed books. Special
edition no. 1 - 20, with an additional numbered and signed woodcut. A
suite of all 7 numbered and signed colour woodcuts and a separate brochure with the text you'll find under the button Graphic Edition.
Die
bibliophilen Handpressendrucke der Elke Rehder Presse
Was ist dran an der Internet-Euphorie? Werden wir in einigen Jahren Hölderlins Gedichte vom Laptop rezitieren? Wohl kaum. Das weltweite Netz ist ein gigantisches Nachschlagewerk.
Auf der Suche nach Literarischem wird es eine gute Bibliothek jedoch niemals ersetzen können.
Lyrik wurde schon immer in schönen handgearbeiteten Büchern verwahrt. Dieses haptische Gefühl, ein kostbares Buch in den Händen zu halten, die handgeschöpften Papierseiten mit Bedacht umzublättern und die klare Schrifttype des Buchdruckes auf einer wohlgestalteten Buchseite auf sich wirken zu lassen, sind Dinge, die der Bildschirm eines PCs nicht zu vermitteln vermag.
Seit 1993 verfolgt Elke Rehder das Ziel, das Buch wieder zu einem sinnlichen Erlebnis werden zu lassen. Angesichts der zunehmenden Massenproduktionen auf dem Buchmarkt, ist die Elke Rehder Presse eine Oase für Menschen, die einen ausgeprägten Sinn für künstlerische Schönheit haben. Die
"Liedermappe" zu Heinrich Heine mit Farbradierungen auf Bütten, der
"Gesang der Geister über den Wassern" von Goethe in Farblithographien vom Stein gedruckt,
"Der Granatapfel" von Stefan Andres mit wunderschönen Farbholzschnitten, die liebevolle Mappe mit Kaltnadelradierungen zu Rilkes
"Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke", Hölderlins Ode
"An Herkules" sind Werke, die auch noch in den nächsten Jahrhunderten den Liebhabern schöner Kunst eine Freude bereiten werden.
InkJet, BubbleJet, LaserJet ... – Begriffe, mit denen wir heute wie selbstverständlich leben, sind Drucksysteme, welche die alltägliche Informationsflut preiswert zu Papier bringen. Auflösung und Zeichendichte werden ständig optimiert. Aber was ist das Optimum?
Der Druck mit der höchsten Kantenschärfe der einzelnen Buchstaben ist nach wie vor der Buchdruck. Wie seit Erfindung der Buchdruckerkunst (um 1440) setzt Elke Rehder die von Haag Drugulin in Leipzig gegossenen Buchstaben im Handsatz. Sie fertigt Bücher, die unter den heutigen Massenproduktionen unserer Informationsgesellschaft auffallen. Auffallend ist vor allem die gute handwerkliche Verarbeitung. Alle Komponenten sind aufeinander abgestimmt. Das sorgsam ausgewählte Büttenpapier für den Buchdruck genauso wie die edlen Einbandmaterialien. Handgeschöpftes Papier von Gangolf Ulbricht aus Berlin und qualitativ hochwertige Buchbindearbeiten der Buchbinderei Christian Zwang in Hamburg machen neben ihren originalgraphischen Arbeiten diese bibliophilen Kostbarkeiten so begehrenswert. Lithographien werden noch vom Stein gedruckt, Radierungen auf der eigenen Handpresse, Holzschnitte in Handabreibungen auf Japanpapier, Farbholzschnitte von mehreren Druckstöcken oder in traditioneller Handkolorierung. Dies und noch vieles mehr sind die Komponenten, welche die Bücher und Mappenwerke der Elke Rehder Presse auszeichnen.
Bevor Elke Rehder ihre künstlerische Handpresse – die Elke Rehder Presse – gründete, beschäftigte sie sich in den 80er Jahren überwiegend mit gesellschaftspolitischen und ökologischen Themen in der Malerei. Gerade die gesellschaftlichen Themen sind es, die sich insbesondere in der expressionistischen Malweise geeignet darstellen lassen. So hat auch eine zufällige Beobachtung von Schachspielern in einer öffentlichen Parkanlage Elke Rehder dazu gebracht, zum einen über die Spieler und zum anderen über das Spiel an sich zu reflektieren.
Schach, das königliche Spiel, eignet sich für Elke Rehder hervorragend für eine abstrahierende Wiedergabe von gesellschaftlichen Vorgängen, eine metapherhafte Übertragung von Vorgängen der Alltagswirklichkeit. Schach reflektiert für sie die Gesellschaftsformen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart. Die Drei-Klassen-Gesellschaft (Herrscher, Adelsstand, einfaches Volk) ist auch auf die Jetzt-Zeit übertragbar. Die Grundstruktur hierarchisch aufgebauter Systeme findet sich überall wieder, auch in der Arbeitswelt (Chef, leitende Angestellte, Arbeiter). Der Reiz des Spieles, der Wettbewerb zwischen den beiden Spielern, ist ein Bestandteil unserer Gesellschaft und ein wesentliches Element der freien Marktwirtschaft. Die Zielsetzung des Schachspielers ist kongruent mit der anderer Konkurrenzsituationen.
Die unbegrenzten Zugmöglichkeiten im Schachspiel setzt Rehder gleich den unbegrenzten Entscheidungsmöglichkeiten im gesellschaftlichen
Zusammenleben. Das Spiel zeigt, dass es auch in einer reglementierten Gesellschaft viele Wege gibt. Ein so altes Spiel hat hierdurch eine reale Beziehung in unserer Zeit. Die Figuren untereinander messen ihre Kräfte und sind somit als vielfältiges Figurenmiteinander ein soziales Experimentierfeld.
Eine Legende berichtet, wie ein hochmütiger König, der seine Untertanen knechtete, anhand des Schachspiels belehrt wurde, dass er auch vom kleinsten Bauern abhängt und auf ihn angewiesen ist.
Aber auch die Surrealisten – insbesondere Dali – waren es, die Rehder dazu inspirierten, einen unterschwelligen Humor und eine gewisse Absurdität in ihre Bilder zu legen.
John Deer

pomegranate 1

pomegranate 2

pomegranate 3

pomegranate 4

pomegranate 5

pomegranate 6

pomegranate 7
Go
back to Book_Edition
Go
back to Graphic_Edition
|