Druckgrafik
- Radierungen
Radierungen zu E. T. A. Hoffmann, Heinrich Heine
u. a.
Seit 1991 entstehen
Radierungen als Einzelblatt-Grafiken oder für Grafikmappen und Künstlerbücher
in der Elke Rehder Presse. Die Radierung ist neben dem Holzschnitt eine
meiner bevorzugten Drucktechniken.
Viele künstlerische
Grafiken entstehen im Tiefdruckverfahren. Die bekanntesten Formen des
Tiefdrucks sind die Radierung und der Kupferstich. Wie der Name
"Tiefdruck" schon sagt, drucken alle tiefen Stellen in der
Druckplatte. Für die Radierung kommt in erster Linie die Zinkplatte in
Frage. Für den Kupferstich wird die wesentlich härtere Kupferplatte
verwendet. Der Tiefdruck ist aber auch mit Platten aus anderen Metallen
und Kunststoffen möglich.
Ich bringe meinen Entwurf
seitenverkehrt auf die vorher gut polierte Platte. Mit einem harten
Werkzeug, der "Radiernadel" (beim Kupferstich der
"Stichel"), wird dann die Zeichnung mit Kraftaufwand in die
Platte geritzt bzw. gestochen. Die Kaltnadelradierung, der Kupferstich und
die Schabkunst (Mezzotinto) sind die drei bekanntesten mechanischen
Techniken im Tiefdruckverfahren. Neben diesen mechanischen Techniken gibt
es zahlreiche Ätztechniken (Aquatinta, Vernis mou) unter Verwendung
verschiedener Säuren.
Durch das Eindringen der
harten Radiernadel in das weichere Metall entsteht eine Vertiefung mit
einem Grat. Die in der linken Spalte gezeigten Abbildungen meiner Radierungen
"Der Turm" und "Mutter und Kind" sind ein Beispiel für eine typische
Kaltnadelradierung.
Mit einer Rolle wird die
spezielle Kupfertiefdruckfarbe auf die Platte
aufgetragen. Es empfiehlt sich, die Platte vorher anzuwärmen, damit die
Farbe geschmeidiger wird und besser in die Vertiefungen eindringen kann.
Danach wird mit der Wischgaze (ersatzweise kann auch eine Mullbinde
genommen werden) die Platte solange abgerieben, bis nur noch die Farbe in
den Vertiefungen stehen bleibt und zum Schluss mit der Hand klar gewischt.
Die Platte kann jetzt auf die Tiefdruckpresse gelegt werden. Die
Tiefdruck- bzw. Radierpresse besteht aus zwei Stahlwalzen, die in einem
Tisch integriert sind. Der Antrieb erfolgt über ein großes Stern- oder
Schwungrad. Große Pressen arbeiten auch mit Elektromotoren.
Für den Tiefdruck muss das Papier entsprechend geeignet sein und
vorbereitet werden. Es gibt spezielles Kupfertiefdruck-Bütten im Handel.
Besonders wichtig ist es, das Papier vor dem Druck ausreichend
anzufeuchten. Hierdurch erhöht sich die Flexibilität des Papiers und die
Farben können besser aufgenommen werden. Es ist auf eine gleichmäßige
Anfeuchtung zu achten.
Das Papier wird über die ausgeriebene Druckplatte gelegt. Über das
Papier werden ein oder mehrere Drucktücher gelegt. Ein Drucktuch ist ein
bis zu 1 cm starker hochwertiger Filz, der mit seiner entsprechenden
Elastizität die Farbe gleichmäßig aus den Vertiefungen der Platte auf
das Papier drückt. Durch Festdrehen der oberen Walze an der Radierpresse,
wird die Platte mit hohem Druck in das Papier gepresst. Der Druckrand der
Platte ist ebenfalls auf dem Papier zu sehen. Dies ist ein typisches
Zeichen für den Tiefdruck.
Bei mehrfarbigen Drucken
muss für jede Farbe eine Druckplatte vorbereitet werden. Beim Auflegen
auf die Presse ist bei mehrfarbigen Drucken auf die Passgenauigkeit der
Platten zu achten.
Nach dem Druck muss der noch feuchte Bogen eine ausreichende Trockenzeit
haben. Damit das Papier nicht wellig wird, wird es zwischen Trockenpappen
gelegt und mindestens 24 Stunden gepresst. Auch wenn das Papier einen
trockenen Eindruck macht, sollte man wissen, dass Tiefdruckfarbe erst nach
einigen Monaten abriebfest ist. Ein säurefreies Seidenpapier sollte also
bei der Lagerung auf das Druckmotiv gelegt werden.
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