Druckgrafik - Holzschnitte
Holzschnitte zu der Ode "Der Granatapfel" von Stefan Andres und eine Auswahl seltener Farbholzschnitte.
Der Holzschnitt - früher auch bekannt als
Xylographie - ist ein Reliefdruck, eine künstlerische Druckgraphik bei
der ein Bild in die Oberfläche einer Holzplatte geschnitzt wird. Seit Gründung
meiner Elke Rehder Presse im Jahre 1993 nutzte ich diese
Hochdruck-Technik für die Illustration meiner Pressendrucke.
Der
Holzschnitt zählt zu den ältesten Reproduktionsverfahren (um 1400). Es
wird von einer oder mehreren Holzplatten gedruckt. Der
Holzschnitt eignet sich für kontrastreiche und konturenstarke Drucke. Von
einem Druckstock lassen sich mehr als tausend Abzüge drucken. Die mögliche
Stückzahl ist abhängig von der verwendeten Holzsorte (Härtegrad) und
der Druckstärke.
Der Künstler zeichnet das Motiv spiegelbildlich auf eine Holzplatte. Bei
der Auswahl des Holzes ist auf eine gleichmäßige Oberfläche zu achten.
Alles, was nicht drucken soll, wird mit Schneidewerkzeugen (Hohl- und
Flacheisen, Stichel, Geißfuß oder der Bohrmaschine bei großen Flächen)
entfernt. Dabei ist auf die Faserrichtung des Holzes zu achten. Nur die
hochstehenden Flächen werden mit Druckfarbe eingefärbt und drucken auf
dem Papier (Hochdruckverfahren).
Für den Druck verwendet man in der Regel eine Andruckpresse. Dünne
Sperrholzplatten müssen hierfür auf einen festen, verwindungsfreien
Untergrund (z. B. Spanplatte) montiert werden. Ein Holzschnitt kann aber
auch ohne Druckpresse auf das Papier gebracht werden. Bei der sogenannten
Handabreibung wird das Papier auf die Druckform (Holzstock) gelegt und mit
dem Falzbein (Handwerkzeug aus Knochen), einer Bürste oder einem Reiber
abgerieben. Hierfür eignen sich sehr gut langfaserige Japanpapiere mit
einem geringen Flächengewicht.
Als Druckfarben kommen in der Regel Buchdruckfarben zum Einsatz. Diese ölhaltigen
Farben haben eine hohe Deckkraft und Langlebigkeit. Die Farbe wird mittels
einer Walze auf den Holzstock aufgetragen. Bei mehrfarbigen Holzschnitten
wird grundsätzlich für jede Farbe ein einzelner Holzstock geschnitten.
Es
ist jedoch auch möglich, durch partielles Einfärben des Holzstockes oder
nachträgliches Wegschneiden von druckenden Flächen mehrfarbige
Holzschnitte herzustellen (verlorene Form). Für die Hintergrundfarbe
(Fond) kann über die gesamte Fläche eine ungeschnittene Holzplatte
verwendet werden. Der Druck einer gelben Form auf einen blauen Hintergrund
würde dann beispielsweise die Farbe Grün ergeben. Bei dem folgenden
Beispiel wurde das Holz im Bereich der roten und der schwarzen Form
weggeschnitten, um die ursprünglichen Farben zu erhalten. Durch zusätzliches
Wegschneiden entsteht eine weitere Farbe; in diesem Fall die Papierfarbe
Weiß.
Damit die Holzstruktur beim Druck noch mehr hervorgehoben wird, kann man
die Oberfläche der Holzplatte vor dem Einfärben mit einer Drahtbürste
bearbeiten (jedoch nur in Faserrichtung!). Bei der Verwendung farbiger
Papiere (Tonpapier) kann der zusätzliche Druck eines Fonds eingespart
werden.
Alle meine Holzschnitte sind
in einer kleinen Auflage gedruckt und nummeriert und signiert.
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